Deutschland, Norddeutschland

Eva Almstädt. Ostseerache – Pia Korittki 13 (2018)

Als ihre Mutter einen Herzinfarkt erleidet, kommt Flora Laubner nach vielen Jahren zurück in ihr Heimatdorf Niensühn. Doch willkommen ist sie hier nicht: Als Kind soll sie schuld gewesen sein am Tod eines Spielkameraden, das hat hier noch niemand vergessen. Als Floras Nachbarin Nicole Mohr tot aufgefunden wird, kommt die Kripo aus Lübeck ins Spiel.

Der Kontakt zwischen Mutter und Tochter war fast eingeschlafen, jetzt hofft Flora, ihrer Mutter wieder näherzukommen, vielleicht sogar wieder in Niensühn wohnen zu können. Die Dorfbewohner verhalten sich allerdings ihr gegenüber immer noch feindselig, dabei war Flora beim Tod von Simon Hertling erst 12 und es konnte nie genau geklärt werden, was eigentlich passiert ist. Flora selbst erinnert sich nicht.

Eine Vergiftung – viele Möglichkeiten

Beinahe die Einzige im Dorf, die freundlich zu ihr ist, ist ihre Nachbarin Nicole Mohr, die nur wenige Jahre älter ist. Sie besucht Flora auf einen Kaffee … kurze Zeit später wird Nicole tot in ihrem Haus gefunden, offensichtlich vergiftet. Die zeitliche Rekonstruktion ist schwierig, doch dann bestätigt sich der Verdacht, dass Nicole das Gift während ihres Besuches bei Flora zu sich genommen hatte: Wollte Flora ihre Nachbarin vergiften oder war das Gift vielleicht für Flora bestimmt? Hängt alles mit dem damaligen Todesfall zusammen? Allerdings deutet auch vieles auf Nicoles Ex-Mann Falk oder auf ihren unbekannten aktuellen Liebhaber hin …

Lübeck ermittelt auf dem Dorfe

Die Kripo Lübeck fährt wieder mal aufs Dorf und ermittelt dort, befragt Dorfbewohner, die lieber nichts nach außen tragen wollen, die lieber alles unter sich ausmachen wollen – und Geheimnisse scheinbar auch Jahrzehnte für sich behalten können. Und für die Flora immer noch ein rotes Tuch ist. Als sie bei einem Autounfall beinahe ums Leben kommt, hält jeder das für einen Zufall – außer Pia Korritki, die wegen eines privaten Unglücksfalles gerade nicht in die aktuellen Ermittlungen einbezogen wird. Das gibt ihr den Freiraum, sich mit Flora und dem alten Fall zu befassen, wobei sie zu ganz neuen Erkenntnissen kommt – und am Ende hochdramatisch einen Mörder stellt.

Spannend wie gewohnt

Fazit: Ein spannender 13. Fall aus Almstädts Ostsee-Serie, in der ja immer wieder das Dorfleben thematisiert wird, das hier fernab jeglicher Idylle seine Abgründe offenbart. Spannend zu lesen, wenn auch teilweise ein wenig vorhersehbar oder unrealistisch, wenn z.B. die Polizei den dubiosen Unfall Floras gar nicht ernsthaft untersucht – aber das gibt Pia Korritki die Gelegenheit zu glänzen. Und das macht sie wie gewohnt sehr unterhaltsam.

Eva Almstädt. Ostseerache. Köln: Bastei-Lübbe, 2018. (Pia Korittki 13)

Weitere Infos zur Autorin und zur Serie auf der Autorenseite Eva Almstädt.

2 Gedanken zu „Eva Almstädt. Ostseerache – Pia Korittki 13 (2018)“

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