München

Inge Löhnig. Gedenke mein – Gina Angelucci 1 (2016)

Kriminalhauptkommissarin Gina Angelucci arbeitet in München an Cold Cases. Erfolgsquote 100 Prozent – allerdings suchen sie sich natürlich nur die Fälle aus, in denen sie Aussicht auf Erfolg sehen. Als eine verzweifelte Mutter auftaucht und sie bittet, nach ihrer seit zehn Jahren vermissten Tochter zu suchen, ist Gina erst skeptisch. Doch dann deckt sie ein von langer Hand geplantes und grausames Verbrechen auf …

In dieser zweiten Serie, die Inge Löhnig mit diesem Band startete, steht die Lebensgefährtin von Kommissar Tino Dühnfort (Serie mit mehreren Bänden) im Zentrum, die sich jetzt um Cold Cases kümmert. Gerade erst konnte ihr Team unter großem Medieninteresse einen Politiker eines Verbrechens überführen, das jahrzehntelang ungesühnt blieb. Davon erfährt Petra Weber, die vor zehn Jahren bei einem angeblichen „Mitnahmeselbstmord“ von ihrem Exmann Chris auch ihre Tochter Marie verloren hat.

Schlampige Ermittlungen

Selbst schwanger kann Gina sich zwar in die Mutter einfühlen, aber sie kennt auch hysterische Angehörige, die sich einfach nicht mit einem Verlust abfinden können. Trotzdem schaut sie sich den Fall einmal an – und stellt schnell fest, dass die Rosenheimer Kollegen vor zehn Jahren sehr oberflächlich gearbeitet haben. Maries Leiche wurde nie gefunden, dass der Tote, der damals in einem Bootsschuppen lag, wirklich Chris Weber war, und dass die Todesursache Selbstmord war, wurde nicht endgültig geklärt. Hat Chris Weber seinen Tod vielleicht nur vorgetäuscht und ist mit seiner Tochter, für die er das alleinige Sorgerecht beantragt hatte, untergetaucht? Das jedenfalls vermutet Mutter Petra.

Beharrlichkeit und Geduld

Gina und ihr Kollege Holger stöbern durch alte Akten, sprechen mit Personen, die sich nach zehn Jahren nur noch schlecht erinnern oder sich gar nicht erinnern wollen. Dass zur Zeit von Maries verschwinden Erik Terbek im Nachbarhaus wohnte, ein entlassener Strafgefangener, der für die Vergewaltigung seiner kleinen Nichte verurteilt worden war, hatte vor zehn Jahren niemand untersucht. Hatte er etwas mit dem Tod von Chris Weber zu tun – falls dieser überhaupt der Tote war?

Spannung und interessante Charaktere

Dass auch Cold Cases spannend sein und viele Bezüge in die Gegenwart haben können, dafür sind Inge Löhnigs Gina-Angelucci-Krimis hervorragende Beispiele. Löhnig versteht es sehr gut, die Charaktere zu zeichnen und in diesem Band zum Beispiel dem Leser die Verzweiflung der Mutter nahezubringen. Darüber hinaus ist Gina eine sehr sympathische Protagonistin, auch wenn ihr Privatleben keine dominierende Rolle spielt, beeinflusst ihre Schwangerschaft natürlich ihre Entscheidungen in so einem Fall. Das kann Inge Löhnig wunderbar spannend erzählen.

Inge Löhnig. Gedenke mein. Berlin: Ullstein, 2016. (Gina Angelucci 1)

Mehr zur Autorin und zur Serie auf der Autorenseite Inge Löhnig.

Ein Gedanke zu „Inge Löhnig. Gedenke mein – Gina Angelucci 1 (2016)“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.