Deutschland, Norddeutschland

Katharina Peters. Todeshaff – Emma Klar 2 (2017)

Emma Klar erhält den Auftrag, Christoph Klausen zu beschatten, der nach zehn Jahren Gefängnis wegen Todschlags gerade entlassen wurde. Informationen zu den Hintergründen des Auftrags gibt es nicht – was Emma und ihren Kollegen natürlich nicht gefällt. Als im Salzhaff zwei Leichen gefunden werden, die wie Klausens Opfer Lehrer waren, suchen sie nach Zusammenhängen und werden bald fündig.

Als Inhaberin einer Detektei in Wismar arbeitet Emma Klar verdeckt für das BKA, gemeinsam mit Johanna Krass als Kontaktfrau und den Inhabern einer Rostocker Detektei, Jens und Florian. Der neuste Auftrag, den Johanna für ihr Team mitbringt, wirft viele Fragen auf: Warum sollen sie den entlassenen Straftäter Christoph Klausen überwachen? Gründe nennt das BKA ihnen nicht – also scheint eine größere Sache mit irgendwelchen internen Mauscheleien dahinterzustecken, so die Vermutung im Team.

Motive?

Die Observierung von Klausen ergibt nichts Interessantes. Er war zehn Jahre zuvor bei Michael Krüger, Dozent an einer Fachhochschule, eingebrochen und hatte diesen erschlagen, als er ihn überraschte. Zu den Hintergründen seiner Tat hatte Klausen nie ausgesagt. Erhofft sich das BKA von der Überwachung neue Erkenntnisse? Und warum könnte das noch wichtig sein?

Jugendwerkhof

Als in einer leer stehenden Feriensiedlung im Salzhaff zwei Leichen gefunden werden, stellt das Team um Emma und Johanna schnell einen Zusammenhang her: Die beiden Opfer, Erich Bauer und Manfred Deinert, waren ebenso wie Michael Krüger Lehrer. Und es gibt eine weitere Gemeinsamkeit: In den 80er-Jahren waren alle drei in einem „Jugendwerkhof“ in der Nähe beschäftigt gewesen. In dieser „Erziehungsanstalt“ für auffällige Jugendliche herrschten Brutalität und Grausamkeit, und Bauer, Deinert und Krüger hatten sich darin besonders hervorgetan.

Rache eines Opfers?

Wie immer nicht ganz offiziell ermittelt das Quartett in diese Richtung, sucht nach Opfern, die sich rächen wollten, auch wenn bereits viele Jahre vergangen sind. Viele Gespräche mit Angehörigen und ehemaligen Opfern bringen Informationsfetzen, die das Team zusammensetzen muss. Wesentliche Infos kommen schließlich von Klausen, der Emma gegenüber sein bisheriges Schweigen bricht. Aber es gibt auch noch andere Spuren …

Lesenswert

Das Finale verläuft natürlich wieder hoch dramatisch für Emma, aber sie ist ja keine von den Zimperlichen. Der ganze Krimi ist sehr spannend, was vor allem am Blick zurück in die DDR und dem Thema der Jugendwerkhöfe liegt. Die Ermittlungen gewinnen durch die ungewöhnliche Vorgehensweise, obwohl es zwischendurch auch mal Stellen gibt, in denen sich fast bürokratische Langeweile offenbart. Da werden Ergebnisse von Recherchen ganz nüchtern aufgelistet, andererseits ist vor allem Emma immer für eine Überraschung gut. Das wirkt insgesamt ein wenig uneinheitlich, gelegentlich zusammengestückelt, aber mit einem spannenden DDR-Thema und ihrer Routine hat Autorin Katharina Peters auch diesen Krimi zu einem lesenwerten gemacht.

Katharina Peters. Todeshaff. Ein Ostsee-Krimi. Berlin: Aufbau Verlag, 2017. (Emma Klar 2)

Mehr zur Autorin und zur Serie auf der Autorenseite Katharina Peters.

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