Bayern, Deutschland

Nicola Förg. Wütende Wölfe – Irmi Mangold 10 (2019)

Kommissarin Irmi Mangold braucht eine Auszeit und heuert als Sennerin auf einer Projekt-Alm an. Hier sollen Milchkühe wieder ans Almleben gewöhnt werden, ein Team junger Wissenschaftler begleitet das Projekt. Doch auf der Alm gibt es bald Aufregungen: In der Nähe scheint sich ein Wolf herumzutreiben und eine Frau wird von den Kühen niedergetrampelt. Dabei bleibt es nicht und die Kühe geraten fast in Vergessenheit.

Weil ihr Bruder überraschend geheiratet hat, ist sich Irmi Mangold nicht sicher, ob sie weiterhin gemeinsam auf dem elterlichen Hof leben können. Auch von den Grausamkeiten in ihrem Beruf brauchte sie Abstand und so landet sie auf der Alm. Gemeinsam mit Luise, einer ehemaligen Landrätin, und dem jungen Wissenschaftler Tobi sollen hier wieder Kühe heimisch werden – ein wissenschaftliches Projekt, über dessen Ziele und Kontroversen der Leser ausführlich informiert wird.

Ein Wolf geht um

Doch schon in der ersten Nacht geschieht Unheimliches, die Tiere geraten in Panik, Wolfsgeheul ertönt und am Morgen finden sich passende Spuren. Sollte es wirklich einen Wolf in diese Gegend verschlagen haben? Tobis Freundin Annika Wildhaber, eine Expertin für Wölfe, wird zurate gezogen. Noch bevor hier ein eindeutiges Urteil gesprochen ist, wird eine Frau von den Kühen der Alm niedergetrampelt. Irmi benachrichtigt ihre Kollegen und ihr selber geht die Sache nahe, sie fühlt sich verantwortlich, auch wenn die Frau einen Hund dabei hatte, was Kühe scheinbar gar nicht mögen. Hat der Wolf damit zu tun? Den Kritikern der Alm jedenfalls liefert das Unglück Argumente, allen voran Oskar Kotz wettert gegen die Alm und gegen Hornvieh als Milchlieferanten.

Ein toter Wolf

Als ein Toter gefunden wird, der allem Anschein nach in einer Wolfsfalle zu Tode gekommen ist, mischt sich die Kommissarin immer stärker in die Ermittlungen ein. Dass der Tote der ehemalige Kunstlehrer der verunglückten Frau ist, kann doch kein Zufall sein … Der Name des Toten: Udo Wolf. Auch wenn Irmi Mangold als Kommissarin eigentliche eine Pause wollte, kann sie sich jetzt nicht mehr heraushalten, sie stellt selber viele Fragen und steuert ihre junge Kollegin Kathi per Telefon oder begleitet sie auch – zum Beispiel in die Schweiz.

Naturnahe Spannung plus Wissen

Der Kriminalfall in diesem Band ist ganz gut – was diesen Krimi aber vor allem ausmacht, ist das Hintergrundwissen über Tiere und Natur, das hier tatsächlich einen großen Raum einnimmt. Wer immer schon wissen wollte, was Bauern von Wölfen halten oder von Milchvieh mit Hörnern, der kann es in diesem Krimi nachlesen. Trotzdem gerät die Geschichte nicht zur theoretisch-biologischen Abhandlung, der Krimi liest sich spannend und hält etliche unerwartete Wendungen bereit. Also beste naturnahe Krimi-Unterhaltung!

Nicola Förg. Wütende Wölfe. Ein Alpen-Krimi. München: Pendo, 2019. (Irmi Mangold 10)

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar via NetGalleyDE.

Weitere Infos zur Autorin und zur Serie auf der Autorenseite Nicola Förg.

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